Verein zur Förderung der Friedensarbeit von pax christi Aachen
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Beschriftung der Stelen  9. November 2006  Galerie Stelen             

 

Stelen

Jährlich werden am 9. November - zum Gedenken an die Reichspogromnacht - Besinnungs-stunden an den 10 Stelen im Stadtgebiet organisiert und gestaltet.

Anlässlich der Errichtung der ersten Stele am 9. November 1989 gegenüber der ehemaligen Dürener Synagoge fand auf Initiative der Katholischen Jugend dort eine Mahnwache statt, die als Schweigestunde begangen und ganz überwiegend von Jugendlichen besucht wurde. So blieb es auch in den beiden Folgejahren.

Eine deutliche Intensivierung und größere Öffentlichkeitswirksamkeit gewann das Gedenken ab 1992: Die Dürener pax christi Gruppe hatte im Vorfeld Vertreter(innen) von Kirchengemeinden, Parteien, Schulen, Jugendgruppen und Einzelpersonen zu einem Gedankenaustausch über eine dezentrale Art des Erinnerns eingeladen. Bei diesem Treffen erklärten sich die Versammelten bereit, am 9. November, dem Tag der Pogromnacht, an allen zehn Stelen zeitgleich Mahnstunden zu organisieren. Das Vorhaben wurde am 9. 11. 1992 erstmals realisiert und fand große Resonanz. Seitdem wird es jährlich fortgesetzt.

Hunderte Bürgerinnen und Bürger nehmen an den Veranstaltungen teil. Naturgemäß ist die Gestaltung unterschiedlich, einmal wegen der verschiedenen historischen Bezüge der jeweiligen Orte, zum anderen wegen der Unterschiedlichkeit der Gruppen. Texte und Briefe von damals und heute, Zeitzeugenberichte, kurze Ansprachen, Darstellen von Unterrichtsmaterialien, Meditationen, Gedichte, Gebete und Lieder sind Bausteine der Gedenkstunden. Es geht dabei aber nicht nur um ERINNERN, es geht auch immer wieder ums WACHBLEIBEN: Wie gehen wir heute mit Minderheiten um, mit MigrantInnen, Behinderten? Wie reagieren wir heute auf Unrecht, das in unserem Umfeld geschieht? Wo wird unsere Zivilcourage gefordert?

Häufig werden die Stelen „verändert“, sind von Lichtern umgeben, werden verhüllt, tragen Transparente wie „Erinnern und Wachbleiben“ oder „Endstation Auschwitz“. In einem Jahr wurde die Stele, die an ein Lager russischer Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener erinnert, mit Stacheldraht umwickelt und mit einem russischen Kreuz versehen. In der Landesklinik schmückten Pflegeschülerinnen die Stele zur Erinnerung an Euthanasieopfer mit Rosen.

Während die meisten Stelen „fest in Händen“ von Schulen, Kirchengemeinden oder Parteien sind, die die Gestaltung der Stunde an „ihrer“ Stele jährlich neu als ihre Aufgabe erleben, müssen an anderer Stelle immer wieder neu Vorbereitungsgruppen gefunden werden. Die pax christi Gruppe hat die notwendige Vernetzung übernommen, sucht ggf. neue Gruppen, gibt Hilfen und Anregungen für die inhaltliche Gestaltung und sorgt für organisatorische Dinge und die Information der Presse. Die vor 15 Jahren begonnen Gedenkstunden sollen nach dem Wusch der Initiatoren nicht abbrechen."

 

weitere Informationen: http://www.duereninfo.de/stelen/konz.html 

 
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